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In der geteilten Stadt des Hasses

Veröffentlicht in Kosovo, REPORTAGEN mit den Tags , , , , , , , , , , am 18. Juli 2009 von lehermayr

KOSOVO. Frontstadt Mitrovica. Wo Albaner feiern, Serben auf Russland hoffen und der Zorn täglich steigt.

Unter Bewachung: Mitrovicas HauptstraßeMontiert sofort die kosovarischen Kennzeichen von eurem Auto ab, sonst seid ihr tot“, befiehlt der Mann in Uniform barsch. Dass er es ernst meint, verdeutlichen sieben weitere Polizisten, die das Fahrzeug umstellt halten und aus den Augenwickeln heraus jede einzelne unserer Bewegungen beobachten.

Zu zweit im fahlen Gelb der Straßenlaterne stehend, das Auto vor einem bröckelnden Plattenbau parkend, ist es besser, den Anweisungen Folge zu leisten und rasch Hand am Nummernschild anzulegen.
Denn erst als dieses im Kofferraum verstaut ist, hellt sich die Miene des Polizisten auf: „Willkommen in Kosovska Mitrovica“, sagt er, „willkommen in Serbien.“

40 Kilometer sind es von Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, bis hierher, in die 80.000 Einwohner-Stadt im Norden. Ein Weg voller Schlaglöcher, vorbei an Müllhalden, die neben halbfertigen Häusern wuchern, kaum bewältigbar in weniger als zwei Stunden. Zu oft zwingen Soldaten der internationalen KFOR-Truppe, denen auch 560 Österreicher angehören, zum Anhalten. Sie sollen für Sicherheit sorgen, in einem bettelarmen Land, kaum größer als Kärnten, aber seit zwei Wochen unabhängig.

Doch die neue Flagge, ein Kunstprodukt, fand bislang kaum Verbreitung. Noch immer prangt der schwarze albanische Doppeladler auf rotem Grund an jedem Haus und an jeder Ecke.

In totaler Dunkelheit. So auch in Mitrovica, das um sieben Uhr abends bereits in tiefster Dunkelheit liegt, da der Strom wieder einmal fehlt. Bloß die neue Brücke über das Flüsschen Ibar ist in hellem Blau erleuchtet.

Sie ist das Schönste, was diese sonst so trostlose Stadt zu bieten hat und zugleich auch das Unnötigste. Südlich von ihr feiern die Albaner, die mit mehr als 60.000 Menschen die Mehrheit bilden, Nacht für Nacht ihren neuen Staat. Nördlich davon protestieren die verbliebenen Serben Tag für Tag gegen dessen Existenz. Zwischen ihnen liegt nichts – nur die Brücke und der Hass.

„Vor acht Jahren war ich das letzte Mal auf der anderen Seite“, berichtet die blonde Marija, die ihr Haar in die serbische Flagge gehüllt hat, „seither nicht mehr, denn ich will noch länger leben.“ Die Studentin wuchs südlich des Flusse auf, erzählt sie, „gleich neben der orthodoxen Kirche. Doch diese haben die Albaner vor ein paar Jahren abgebrannt, in unser Haus sind sie eingezogen und die Seele Serbiens, nämlich den Kosovo, haben sie gestohlen.“

Vom multiethnischen Kosovo, den der neue Regierungschef und frühere UCK-Führer Hashim Thaci vor der Weltöffentlichkeit gerne beschwört, ist hier nichts zu spüren. Nicht in dem, was die Leute sagen, und noch weniger in dem, was sie tun. Ganz im Gegenteil, beginnt doch in Mitrovica das letzte geschlossene Siedlungsgebiet der insgesamt 130.000 Menschen zählenden serbischen Minderheit, von der knapp die hälfte hier im nördlichsten Zipfel des jungen Staats lebt.

10.000 Tote, eine Million Vetriebene. Doch hier zu leben heißt, mit Dinar zu bezahlen, kyrillisch zu schreiben, ein altes serbisches Kennzeichen oder gleich gar keines auf dem Auto zu haben und alles zu hassen, was Ausdruck eines unabhängigen Kosovo sein könnte. Hier verläuft die Frontlinie, Mitrovica ist die letzte Trutzburg vor dem Feind, es ist jener Ort, an dem Albaner und Serben mit dem Rücken zueinander stehen und verdeutlichen, dass der Konflikt, der bis ins Jahr 2000 etwa 10.000 Tote und mehr als eine Million Flüchtlinge forderte, mit der Unabhängigkeit des Kosovo längst nicht zu Ende ist.

Es ist genau 12.44 Uhr. Wie schon an den Tagen zuvor habe sich Hunderte Menschen auf dem Platz vor der Brücke versammelt. Der Wind soll ihre Flaggen zum Wehen bringen und ihre „Kosovo ist Serbien“-Rufe zur anderen Seite tragen.

Der Beginn der Demonstration ist symbolisch gewählt, um auf die UN-Resolution 1244 aufmerksam zu machen. Der zufolge ist der Kosovo ein Teil Serbiens, womit die Anerkennung von dessen Unabhängigkeit einem Bruch des Völkerrechts gleichkäme.

„Dass nur Putin, den ihr im Westen als Diktator bezeichnet, das erkennt und internationales Recht schützt, sollte euch zu denken geben“, meint der Student Marko an die Adresse Österreichs, das wie die USA, Deutschland oder Großbritannien den Kosovo anerkannt hat.

„Russland, hilf uns!“ lautet der Appell demnach auch auf einem Transparent, vor dem Dutzende Menschen das Konterfei des Noch-Staatschefs fernsehgerecht in die Kameras schwenken.

Scharfschützen auf den Dächern. Die Stimmung brodelt. KFOR-Hubschrauber kreisen ständig über der Stadt. Binnen Sekunden riegelt die Polizei die Brücke vor den näherrückenden Demonstranten ab, während Scharfschützen auf den Hochhäusern rechts und links des Flusses Position beziehen. Zu oft sei die Situation in der Vergangenheit bereits eskaliert, habe es Verletzte und gar Tote gegeben, als Albaner wie Serben versucht haben, die andere Seite zu stürmen, berichten die von der UNO gestellten Polizisten.

Ein bizarres Schauspiel, das sich im Nordteil Mitrovicas jeden Tag aufs Neue wiederholt. „So lange, bis die amerikanischen Imperialisten und deren europäische Knechte erkennen, dass wir einen unabhängigen Kosovo niemals akzeptieren werden“, wie der Chef der stärksten Serben-Partei, DSS, Nebojsa Minic erklärt.

Stunden später, als sich die Dunkelheit erneut über die Stadt legt, sind die Absperrungen aus Rasierklingendraht zur Seite geräumt, die meisten Polizisten verschwunden und die Brücke wäre wieder frei passierbar. Theoretisch zumindest. Denn obwohl ein Queren des Flusses ohne jegliche Bürokratie möglich ist, macht niemand von dieser Option Gebrauch.

Ohne Perspektive. „Wozu auch“, fragt der Albaner Bashkim, während er sich in einem kleinen Lokal im Süden Mitrovicas Tee einschenkt, „die dort drüben wollten uns ausrotten und würden es wieder versuchen, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten.“ Im Leben des 31-Jährigen spielen Serben keine Rolle mehr, da ihn längst ein anderes Problem plagt. Denn Bashkim ist – wie geschätzte 70 Prozent seiner Mitbürger – arbeitslos. „Jobs gibt es nur bei den internationalen Organisationen im Ort“, erklärt er, „sonst nirgends.“ Also schlägt er die Zeit tot, erkundigt sich, wie es in Österreich mit Arbeit aussehe und wie schwer es sei, dorthin zu gelangen, „denn um hier gut zu leben, muss man schon kriminell sein….“

Eine Weisheit, an der so mancher Gefallen gefunden haben dürfte. Denn zu beiden Seiten des Flusses zwängt sich längst eine größer werdende Zahl deutscher Luxuslimousinen durch die engen Straßen.

Deren Insassen sind Männer in ihren Zwanzigern, bei denen sich zumindest vermuten lässt, dass sie im Monat mehr als die 200 Euro zur Verfügung haben dürften, die sich hier sonst im Durchschnitt verdienen lassen. Im Café Dolce Vita, direkt an der serbischen Seite der Brücke gelegen, dröhnen die Songs der Turbofolksängerin Ceca aus den Lautsprechern. Den Männern in den schwarzen Lederjacken, die um die Hüfte herum merklich ausgebeult sind, gefällt der Gesang der Witwe aus Belgrad sichtlich. Deren Verflossener, Zeljko Raznatovic, besser bekannt als Arkan, der einst auch im Kosovo wütete, gilt ihnen hier immer noch als Held.

Rückkehr der Schlächter? Und so blicken die Herren in den dunklen Jacken, die vor der Ankunft der KFOR selbst für die Bewachung der Brücke sorgten, mit Begeisterung auf das Titelblatt des Belgrader „Kurir“. Dieser berichtet, dass die gefürchtete serbische Sondereinheit der „roten Barette“ in den Kosovo zurückkehren könnte. „Nötig wäre es“, sagt einer der Anwesenden dann auch, „denn wie lange können wir es noch zulassen, dass uns die Albaner auf der Nase herumtanzen?“
In der Tat hissen die ersten von ihnen bereits nördlich des Flusses – unter dem ständigen Schutz der KFOR – die Fahnen auf ihren Häusern, was für zusätzlichen Trotz bei den Serben sorgt. Trost versuchen sie im Schwelgen in einer vermeintlich glorreichen Vergangenheit zu finden und im krampfhaften Verteidigen der paar Straßenzüge, die ihnen in der Gegenwart hier in Mitrovica noch gebliebne sind.

„Deshalb konnten wir es nicht zulassen, dass Sie mit dem Autokennzeichen eines Verbrecherstaates bei uns auftauchen“, sagt einer der serbischen Polizisten zum Abschied, als es ans Montieren der Nummerntafel geht – denn ohne diese führt der Weg auf der anderen Seite ebenso wenig weit.

Die PDF-Version der Kosovo-Reportage

(Erschienen in NEWS 09/08)

Ein Land, das es nicht gibt

Veröffentlicht in REPORTAGEN, Transnistrien mit den Tags , , , , , , , , , , , am 18. Juli 2009 von lehermayr

TRANSNISTRIEN. Lenin-Büsten, Russendisko und Sowjetnostalgie. Zu Besuch im ,schwarzen Loch’ am Rande Europas.

Parade in Tiraspol (Foto: Kollektiv Fischka)Das österreichische Außenministerium warnt auf seiner Homepage: „Von Reisen in das Gebiet jenseits des Dnjestr wird ausdrücklich abgeraten. Insbesondere sollte von der Einreise nach Transnistrien aus Richtung der Ukraine kommend abgesehen werden, da an den Grenzübergängen keine Kontrollen durch moldawische Behörden erfolgen und somit riskiert wird, von diesen Behörden als illegal Eingereister angesehen zu werden. Da es sich bei Transnistrien um keinen völkerrechtlich anerkannten Staat handelt, gibt es auch keinerlei Vertretungsbehörden in Österreich.“

In der schwülwarmen Luft tauchen kurz nach Passieren der ukrainischen Grenze Betonsperren hinter Stacheldraht auf. Am Horizont zeichnen sich auf einem Hügel erste Plattenbauten ab. Dort oben liegt Transnistrien. Und hier unten stehen dessen Zöllner – Soldaten in grün-braun gefleckten Kampfanzügen, die die Grenze eines Landes bewachen, das es offiziell gar nicht gibt, nicht geben darf, das auf keiner Landkarte auftaucht und für das kein Visum erhältlich ist. Und doch fällt die Kontrolle durch den Mann, dessen Goldzahn mit der Rolex an seinem Handgelenk um die Wette glänzt, durchaus real aus.

Ausländer habe er selten hier, meint er, lacht ein bisschen, fordert aber keinen Beitrag für die nächstanstehende Zahnvergoldung ein, sondern lässt weiterfahren. Hinein in ein Land, das sich über mehr als 200 Kilometer den Dnjestr entlangschlängelt, eingequetscht zwischen der Ukraine und Moldawien liegt, in dem knapp über eine halbe Million Menschen leben und das an manchen Stellen kaum breiter als fünf Kilometer ist.Transnistriens Präsident Igor Smirnov (Foto: Lehermayr)

In ein Land, das vor 18 Jahren, als die Sowjetunion zu zerfallen begann, seine Unabhängigkeit erklärte. Aus Angst der mehrheitlich russischsprachigen Bewohner, Moldawien könnte sich Rumänien anschließen und für sie würde die Losung der dortigen Nationalisten, „Koffer – Bahnhof – Moskau“ Wirklichkeit werden. Seither gibt es die Pridnestrowische Moldawische Republik (PMR), wie sie sich selbst nennt, und seither hat sie kein einziger Staat anerkannt – nicht einmal Russland.

Doch nach dem Krieg um Abchasien und Südossetien, bislang ebenso Separatistenstaaten wie die PMR, hofft man nun auf ein Ende der Ächtung.

Nordkorea: Auf dem Feld genauso wie am Handy.

Die Fahrt geht über die kaum befahrene Hauptstraße in Richtung Tiraspol. Rechts und links Felder, auf denen ganze Arbeiterbrigaden die Apfel- und Kartoffelernte händisch einbringen.Lenin vor dem Haus des Sowjets (Foto: Lehermayr)

Das Handysignal wird schwächer, das Roaming aus dem moldawischen Netz weist kaum noch Empfang auf. „GSM kannst du hier vergessen“, sagt Fahrer Sascha, „die Moldawier blockieren es, also haben wir unser eigenes Netz, etwas, das es sonst nur in Nordkorea gibt.“ In der Tat funkt Interdnestrcom auf einer 800-MHz-Frequenz, die Einheimischen mit Handys aus Fernost Telefonieren im Land ermöglicht, Anrufe ins Ausland aber – die Führung dankt – ausschließt. Und Ausländer – sie und ihre Handys sind endgültig im schwarzen Loch Europas angekommen.

Dafür grüßt der Sowjetstern an der Einfahrt in die Hauptstadt Tiraspol, die mit 160.00 Einwohner etwas größer als Salzburg ist. Statt Mozart gibt es hier Lenin – ob aus rotem Granit gehauen wie beim Präsidentenpalast, als monumentale Büste vor dem Obersten Sowjet oder als schlichter Straßenname an der Kreuzung mit der Karl-Marx-Allee. Im Hotel wird bei den Zimmerpreisen rasch klar, wer Freund und wer Feind ist: Abchasier und Südosseten zahlen, sofern sie denn kommen, die Hälfte, Georgier hingegen gleich das Dreifache.

Tiraspol: Zwischen Lenin-Büste und Marx-Allee.

Alle weckt morgens jedoch gleichermaßen Parademusik. Heute, am 2. September, wird gefeiert, 18 Jahre PMR stehen auf dem Programm: Grenadiere, Gardisten und Kadetten marschieren auf dem zentralen Platz im Stechschritt auf und ab. Es gilt, militärische Stärke zu zeigen – den Moldawiern, damit diese erst gar nicht wieder daran denken, die abtrünnige Republik heimzuholen. So wie sie es im Sommer 1992 versuchten, als mehr als 1.000 Menschen bei den Kämpfen ums Leben kamen. Aber auch den Russen, „denn Russland war hier, ist hier und wird immer hier sein. Es ist der Garant unseres Fortbestehens“, wie der Präsident später, bei seiner Ansprache, ins Volk rufen wird. Und so Unrecht hat der Präsident – ein ehemaliger Kombinatsdirektor namens Igor Smirnow, der seit Bestehen der Republik Mal für Mal von seinen Bürgern mit schönen Wahlergebissen jenseits der 80 Prozent in seinem Amt bestätigt wird – gar nicht.

Denn Russlands Premier Wladimir Putin, immer noch der starke Mann in Moskau, hat Moldawien davor gewarnt, „denselben Fehler wie Georgien zu begehen.“ In der Tat verfügt ein Fünftel der Transnistrier über einen russischen Pass – denn so schön der eigene auch sein mag, weiter als die fünf Kilometer bis zur Grenze kommt man mit ihm nicht.Parade am Unabhängigkeitstag (Foto: Lehermayr)

Gleiches gilt für die transnistrischen Rubel, die im neuen Gebäude der Nationalbank fleißig gedruckt werden. Nachdem vor ein paar Jahren drei Nullen einer allzu horrenden Inflation zum Opfer fielen, freut man sich nun über Preisstabilität und zahlt die Löhne, die im Durchschnitt 100 Euro im Monat betragen, pünktlich aus.

Russendisko: Knappe Minis, volle Kassen

Wie angesichts solcher Einkünfte abends in der Disco „Plazma“ mit knappen Minis bekleidete Mädchen den Kauf von Energy-Drinks aus dem Alpenland à la drei Euro finanzieren, bleibt dennoch ein Rätsel. Dort dröhnt die Musik, die aus Moskau kommt, auf ein Publikum ein, das sich genauso gut in Mailand oder Madrid befinden könnte. Die brave Pionierin, die untertags noch die rote Fahne schwang, schwingt nun die Hüften im hautengen Catsuit. Bizarr?

Nicht in Transnistrien, einem Land, das auf den ersten Blick wie in der kommunistischen Zeitkapsel stecken geblieben scheint, dann aber die KP in die Opposition verbannt, während sie im benachbarten Moldawien den Präsidenten stellt. Dort, auf der anderen Seite des Dnjestr, vermuten die Transnistrier auch den Ursprung „der Lügen, die über unser Land verbreitet weden“, wie Vadim, Moderator beim staatlichen Radio, sagt: „Sie behaupten, wir seien Schmuggler oder arme Schlucker, dabei sind sie es, die ihren Staat trotz internationaler Anerkennung, seit seinem Bestehen immer tiefer in den Abgrund stürzen.“Galerie der Helden in Tiraspol (Foto: Lehermayr)

Sheriff: Turbokapitalist im Sozialistenparadies

Ähnlich sieht es Vladimir Yastrebchak, der NEWS zum Interview bittet. Er ist zwar Außenminister, doch kann er kaum irgendwo hinfahren, denn für ihn gilt, so wie auch für alle anderen Regierungsmitglieder, ein Einreiseverbot in die EU-Staaten. Trotzdem wirkt er nicht verbittert, sagt, „dass wir, solange uns Moldawien nicht als gleichwertigen Verhandlungspartner betrachtet, weiterhin unsere Unabhängigkeit und eine eventuell spätere Eingliederung in Russland verfolgen.“ Er versteht auch nicht, weshalb die EU dem Kosovo die Unabhängigkeit zugestand, „mit uns aber nicht einmal spricht.“

Besonderen Drang zur Kommunikation verspürt man ebenso wenig beim transnistrischen Konzern Sheriff. Dessen gelber Stern scheint den roten im Land langsam abzulösen. Sheriff, das ist TV, genauso wie Tankstellen, Banken, Spielcasinos und Supermärkte – und zwar flächendeckend, womit Sheriff fast so omnipräsent ist wie die Miliz auf den Straßen.Putin - Garant für Transnistriens Fortbestehen? (Foto: Lehermayr)

Vor den Toren Tiraspols haben die Konzernherren vor die zerbröselnden Plattenbauten ein höchst modernes Fußballstadion mit feinstem englischem Rasen, überdachter Trainingshalle und acht Außenanlagen gepflanzt. So verwundert es nicht, dass der FC Sheriff Jahr für Jahr die weiterhin mit Moldawien gemeinsam ausgetragene Meisterschaft gewinnt. Deren Nationalkicker müssen zu Länderspielen übrigens nach Tiraspol fahren – denn das einzige UEFA-taugliche Stadion steht in der abtrünnigen Republik Transnistrien.

Die komplette Transnistrien-Reportage zum Downloaden

(Erschienen in NEWS 37/08)

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